Miniments

Bauhaus Universität Weimar, 2020

 

Wie kann die Aufgabe des Denkmals heute neu gedacht werden? In Form von temporären Installationen, Aktionen, Performances und partizipativen Interventionen im Weimarer Stadtraum hinterfragen die Künstler*innen in Denkmälern sichtbare Prozesse des Erinnerns und Vergessens. Gerade vor dem Hintergrund der im Sommer 2020 gestürzten Denkmäler in der ganzen Welt als Inbegriff einer Geschichte von Verbrechen, erhalten die MINIMENTS eine brisante Aktualität. An die Stelle des Denkmals mit Anspruch auf Universalität und Dauerhaftigkeit treten individuelle Arbeiten von zeitlich begrenzter Existenz. Intensive Recherchen vor Ort bilden die Voraussetzung für eine Auseinandersetzung mit der komplexen Geschichte der Stadt aus der subjektiven Perspektive der Künstler*innen. Im Mittelpunkt der Interventionen stehen Spuren der DDR-Vergangenheit, aber auch die Geschichte der Stadt als Ort der sogenannten Weimarer Klassik und ihre Rolle in der NS-Zeit. Die Arbeiten untersuchen und reflektieren, wie Denkmäler und Orte des — auch persönlichen — Gedächtnisses Erinnerung schaffen, öffentliche und private; sie thematisieren die (Un)Sichtbarkeit der Vergangenheit und ihre unterschiedlichen politischen Aneignungen in der jeweiligen Gegenwart; sie zeigen, wie eng die Wahrnehmung der Geschichte mit unserem individuellen biografischen und kulturellen Hintergrund verwoben ist. Die hier gezeigten Videobeiträge der Studierenden basieren auf ihren zuvor im öffentlichen Raum präsentierten Interventionen.

 

Lehrende
Prof. Danica Dakić, Raul Walch, M.F.A. Ina Weise, Jirka Reichmann (Koordination)
Studierende
Arijit Bhattacharyya, Angélica Camargo Flórez, Viktor Dallmann, Tian Titirat Skultantimayta, Vitor Mattos, Lina Mujica, Diana Pacelli, Milad Rezaei, Eemaan Raja, Sorn Patharakorn, Lea Maria Wittich